Abwertendes Verhalten gegenüber anderen Lebens- und Familienformen ist in unserer Gesellschaft eine Realität. Viele homo-, bisexuelle und trans* Menschen haben Ausgrenzungen im Laufe ihres Lebens aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität erfahren oder wurden Zielscheibe von verbaler oder physischer Gewalt. Besonders sensibel ist die Situation für junge Menschen im Kontext Schule, weil sie unter Umständen mit Gleichaltrigen oder Lehrpersonen konfrontiert sind, die Vorbehalte oder Vorurteile gegenüber nicht-heterosexuellen Lebensformen haben. Bewusst oder unbewusst ist „schwule Sau“ nach wie vor eines der gängigsten Schimpfwörter. Mobbing, verbale Beleidigungen und körperliche Gewalt gegen LGBT-Menschen sind Ausdruck von Homo- und Transphobie. Dieses Klima der Ausgrenzung und Ablehnung kann beträchtlichen Stress erzeugen, der im schlimmsten Fall zu Depressionen oder gar Suiziden führt. Eine im Frühjahr 2013 veröffentlichte Studie der Universität Zürich hat gezeigt, dass homosexuelle Jugendliche ein markant höheres Risiko für Suizidversuche haben.

Diese Tatsachen sind erschreckend und fordern Politik und Gesellschaft zu sofortigem Handeln auf. Homo- und Transphobie muss ernst genommen und gesamtgesellschaftlich angegangen werden, damit sich alle Menschen in der Schweiz ungeachtet der Lebensform frei entfalten und gleichberechtigt leben können.